Dokumentation/Memory leak im tumblerd daemon $


Manchmal kann einen sein Betriebssystem ganz schön auf Trab halten. Ich war gerade dabei eine DVD zusammen zu basteln als plötzlich die Maus immer träger wird und nach ein paar Sekunden geht nichts mehr. Maus und Tastatur reagieren nicht mehr. Außerdem war ein permanenter Zugriff auf der Festplatte vorhanden.

Linux Mint 17.2 Xfce
Kernel 3.16.0-38-generic

Ich habe dann so reagiert wie jeder gute Administrator reagieren würde und habe panisch zum Reset Knopf gegriffen. Ich dachte zuerst es ist ein Hardwarefehler und habe dahingehend gesucht. Also memory Test - ohne Befund, Netzteil geprüft, Spannungen (vcore) und CPU Temperatur überwacht - schien alles in Ordnung zu sein. Am nächsten Tag ist er wieder eingefroren und da habe ich beschlossen eine permanente Prozessüberwachung laufen zu lassen. Als es dann ein drittes mal so weit war, habe ich gesehen, dass ein Prozess den gesamten Speicher zieht und dass auch der gesamte swap zu läuft. Es war der daemon tumblerd. Tumbler macht praktisch thumbnail Management über den D-Bus. Deshalb ist er auch immer eingefroren wenn ich gerade ein Video gerendert habe oder ähnliches. Eine Recherche im Web hat ergeben dass der Tumbler bekannt für derartiges verhalten ist. Ich habe ihn deshalb deinstalliert und den daemon gekillt.

$ apt-get remove tumbler
$ ps ax | grep tumbler
$ kill <pid>

Diese tumbler Version kommt über das Repository:

$ apt-cache show tumbler
Package: tumbler
Version: 0.1.31-1~14.04
Architecture: amd64
Maintainer: Debian Xfce Maintainers
.......

Ich werde noch nachprüfen ob es eine Alternative zu tumbler gibt. Ich kann aber auch notfalls ohne diesen daemon leben.

Magic SysRQ

Es gibt natürlich eine bessere Methode das System herunterzufahren als den Reset Knopf. Mit dem sogenannten "SysRequest key". Die Taste ist auf der deutschen Tastatur mit s-abf beschriftet und über <alt> >druck> erreichbar. Während du die beiden Tasten gedrückt hältst musst du nacheinander noch jeweils eine zusätzliche Taste drücken. Nämlich nacheinander R E I S U B. Da muss man sich etwas verrenken dabei aber es funktioniert. Das System fährt dann noch sauber herunter, selbst wenn wie in meinem Fall das System wegen eines memory leaks komplett eingefroren ist. Mit SysRQ kann ich direkt dem Kernel Befehle zukommen lassen welcher ja noch läuft. Die Bedeutung der Tasten sind folgende:

[ R ] unraw Verlasse den Keyboard-Raw-Modus und gehe in den Keyboard-XLATE-Modus
[ E ] term Sende SIGTERM an alle Prozesse außer Init
[ I ] kill Sende SIGKILL an alle Prozesse außer Init
[ S ] sync Schreibe alle noch nicht auf die Festplatte geschriebenen Daten aus dem Cache auf die Festplatten
[ U ] umount Alle gemounteten Partitionen read only remounten
[ B ] reboot Sofortiger Neustart

Es gibt noch mehr dieser Kommandos. Das sollen nur die wichtigsten sein um einen sauberen Neustart zu bewirken.